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sellaband.com – Eine seltsame Sache.. – und es gibt alternativen!

Zuerst die Fakten:

Auf SellABand können sich Bands/Musiker als auch Fans registrieren.
Die Bands präsentieren, werben für sich selbst.
Die Fans können nun die Band Ihrer Wahl mit einer 10 Dollar Fan-Aktie unterstützen.

Das Ziel ist mit den Fan-Aktien 50’000 Dollar zu sammeln.
Das Geld bleibt solange bei SellABand bis die Marke erreicht ist.

Mit den 50’000 Dollar werden dann 6 Songs in einem Studio aufgenommen.
SellABand hat die Vermarktungsrechte und die Band bekommt 100 CDs, für Werbezwecke.

50% der Nettoeinnahmen werden an die Fans verteilt. Als Shareholder-Vergütung sozusagen.
(Ich konnte noch nicht ermitteln wieviel des Gewinnes an die Band geht.)

Nun das Fazit:
Waaaasss?? – 50’000 Ocken für sechs Songs?
Mehr gibt es nicht??
Und die Rechte gibt man auch ab?
Zudem gibt es unbegrenzt Alternativen wenn man kreativ ist!

Ein paar Zahlen zu SellABand:

Laut eigener Aussage haben bislang 29 Bands die Marke von $ 50’000 erreicht.

29 * 50’000 =  $ 1’450’000
29 * 6 Songs = 174 Songs
Mal angenommen, die 6 Songs aufzunehmen kostet etwas mehr als hier, dann ergibt das m.E. immernoch nicht mehr als 20’000 pro Band.

Das wären dann  580’000 Dollar für insgesammt 174 Lieder.
Wo ist der Rest?? Immerhin USD 870’000!!
Ebenfalls nach eigenen Angaben sind insgesammt 2,2 Millionen Dollar bereits gesammelt worden.
Man darf sich schon fragen, wer die Zinsen auf dieses Geld erhält?

Egal wie lange ich mich damit beschäftige – ich werde den seltsamen Geruch nicht los, den meine Business-Nase wahrnimmt. Irgend etwas stinkt hier.
Zumahl ja Marketing-Aussagen wie:
(sinngemäss übersetzt)

  • “Zu jeder Zeit kontrolliert Ihr das Schicksal eurer Musik”
  • “Wir wollen die Regeln des Musikgeschäfts ändern”
  • “Wir wollen euch nicht behindern indem wir neue Regeln aufstellen”

..einem das Gefühl geben sollen bei den “Hippys des Musicbusiness” angekommen zu sein.

OK – für die Fans – die sogenannten “Believers” – kann sich das ja ev. sogar lohnen – Für SellABand sicherlich auch..

Aber wo bleiben da die Musiker?
Sogar DSDS kommt man in die Medien – und dafür muss man nicht 5’000 Leuten je 10 Dollar aus der Tasche ziehen, die man nicht mal selber erhält.

Gottvertrauen ist manchmal gut – man sollte sich aber fragen ob SellABand Gott ist.

Gibt es Alternativen?
Ja klar!
In jedem Fall geht alles einfacher, wenn man sich ca. 10’000 Euro von ca. 1’000 Leuten/Fans auf die selbe Art besorgt, es jedoch selbst sammelt!!
Dann kann man auch eine gute CD produzieren ohne alle Rechte abzugeben.

Wir haben z.B. mal für eine Band mehrere hundert CDs zum Listenpreis verkauft, die es noch nicht mal gab.
Die Kunden wussten dies und erhielten einen Gutschein für die CD – einlösbar wenn sie dann mal draussen ist.
Wer wollte konnte sogar mehr als den Ladenpreis bezahlen um die Band zu supporten.
Was übrigens viele getan haben!
Nach ein paar Monaten wurde geliefert und alle waren zufrieden.
Ist doch das selbe oder – und niemand kommt zu kurz bzw. verliert seine Rechte..

Zudem – wieso sollen Fans etwas vom Gewinn erhalten wenn sie ja Fans sind?
Echte Fans wollen doch nur schnellstmöglich die neue CD und können auch ohne Gewinnbeteiligung ein gutes Karma mit nach Hause nehmen.

Diese Einstellung ändert das Musikgeschäft.
SellABand ist nur ein weiterer Wolf im Schafspelz.

Selbst wenn der Gedanke ja sicherlich angenehm ist Geld mit der lieblings Band zu verdienen.
Fair gegenüber der Band ist es nicht.
Ein Fan der dort einbezahlt, ist vergleichbar mit den Nachbarn/Freunden/Verwandten, die den DSDS Teilnehmer einreden, sie könnten singen. Diese “Nachbarn” wollen nämlich auch nur lachen. SellABand Believers nehmen der Band die Hälfte des Gewinns. Die Andere Hälfte geht – soweit ich das verstanden habe – an SellABand.
Sowas freut doch alle Bands.

2 Jahre Geld sammeln, ein Tag ins Studio dürfen und selbst dann nur gerade 100 CDs erhalten.
Was will man mehr?

Posted in Marketing, News, Opinions, Reports.


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